Stilgerechter Grundstein bei Sill Optics
Zeitkapsel„ aus Objektivteilen — Erweiterungsbau der Wendelsteiner Firma soll im Sommer fertig sein
WENDELSTEIN - Die Firma Sill Optics hat den symbolischen Grundstein gelegt für den Erweiterungsbau im Gewerbegebiet Wendelstein-Ost. Die neue 55 Meter lange Fertigungshalle, in der die Zeremonie stattfand, hat eine Größe von 550 Quadratmetern und wird künftig High-Tech-Maschinen beherbergen. Hinzu kommt ein dreistöckiger „Turm„ mit 1200 Quadratmetern.
Bauherr Berndt Zingrebe, Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Werner Langhans versenkten die Zeitkapsel in einem Betonquader. Landrat und Bürgermeister zeigten sich begeistert von der Entwicklung der Firma und wünschten ihr eine weiterhin gute Entwicklung.
Chef Berndt Zingrebe gab sein Rezept dafür preis: „Man muss für die Firma leben und nicht von der Firma!„ Der Grundsteinlegung im Rohbau der neuen Produktionshalle wohnten bei: die Sill-Belegschaft, Baureferatsleiter Uwe Babinsky, Gemeindewerke-Leiter Herbert Wild, Xaver und Peter Schalk sowie Bauleiter Karl-Heinz Ramsenthaler von der Baufirma und die Bauarbeiter.
Finanzierung gesichert
Die Zeitkapsel war „stilgerecht„ für den optisch-mechanischen Produktionsbetrieb aus großen Objektivteilen zusammengesetzt. In die schwarz eloxierte Oberfläche waren die Daten eingraviert. Der Inhalt besteht aus Daten und Informationen über Sill Optics, einer Ausgabe des Schwabacher Tagblatts sowie Geld. Dies deutete Zingrebe zum einen als „Wegzehrung„, zum anderen als Beweis dafür, dass die Finanzierung des Erweiterungsbaus gesichert ist.
Die Bauarbeiten sollen schon im Sommer 2012 beendet sein, damit die Produktion in den Neubauten zügig beginnen kann. Wie der Geschäftsführende Gesellschafter Berndt Zingrebe zu verstehen gab, warten bereits neue Maschinen und Messgeräte im Wert von über zwei Millionen Euro auf den Einzug in die neuen Räume.Die beiden Neubauten, Halle und „Turm„, bieten Platz für die Erweiterung der mechanischen Fertigung, die Produktion von asphärischen Präzisionslinsen, Lager und ein Personalcenter. Es handelt sich um die zweite Firmen-Erweiterung innerhalb von sechs Jahren.
Damit besitzt Sill Optics dann eine Gesamt-Produktionsfläche von rund 7500 Quadratmetern. „Ich weiß jetzt schon, dass wir nächstes Jahr wieder zu wenig Platz haben werden„, meinte Chef Berndt Zingrebe lakonisch. Doch so vergleichsweise einfach wie bisher wird es mit einer Betriebserweiterung nicht mehr klappen, denn das Grundstück an der Johann-Höllfritsch-Straße ist nun vollständig ausgenutzt.
GUNTHER HESS
Spezialist auf Wachstumskurs
Die Firma Sill Optics stellt hochwertige Linsen und Objektive aller Art her. Eingesetzt werden sie in Lasern, bei der Bildverarbeitung in der Industrie, als Projektions-Objektive und für Präzisionsaufgaben in der Optik. Zum Produkt-Spektrum gehören auch Linsen für die Farberkennung in Produktionsprozessen oder Objektive für Torkameras. Unter dem Markennamen „Optolyth„ produziert Sill Optics Ferngläser und Spektive. Sill Optics sponsert auch die Tischtennis-Damen des TTC Optolyth Optik Wendelstein in der 2. Bundesliga Süd.
Vorläufer von Sill Optics waren eine 1894 von Julius Ernst Sill in der Schwabenmühle von Nürnberg gegründete Glasschleiferei und die daraus hervorgegangene Optische Fabrik Sill in Wendelstein-Sorg.
Der heutige Chef Berndt Zingrebe kam im Januar 1982 zum damaligen Optischen Werk J. E. Sill als technischer Manager. Von 1989 bis 1994 gehörte Sill Optics zum Melles-Griot-Unternehmensverbund. Im Juli 1994 übernahm Berndt Zingrebe die Firma in desolatem Zustand mit lediglich 45 Beschäftigten. Nach sieben Monaten unter seiner Führung hatte der Betrieb immerhin wieder die „schwarze Null„ erreicht. Mit Berndt Zingrebe als Geschäftsführendem Gesellschafter ging es seither stetig bergauf. Er baute die Firma weiter auf und aus. Sill Optics zählt derzeit 175 Beschäftigte. he-
Schwabacher Tagblatt - Dienstag, 24.Januar 2012

