Ausbildung zum Feinoptiker (m/w/d)

Feinste Linsen für größte Aufgaben

Als Feinoptiker beginnst du deine Arbeit an unbearbeiteten Glasrohlingen. Diese schleifst und polierst du mit absoluter Genauigkeit zu optischen Gläsern. Das können Linsen und Prismen sein. Damit auch hochwertige Präzisionsarbeit dabei herauskommt, werden die Werkstücke ständig geprüft und gemessen. Denn für den Einsatz in Kamera-Objektiven, Lasern, Mikroskopen, Ferngläsern und anderen feinoptischen Geräten wird ein sehr hoher Qualitätsstandard gefordert. Deine Produkte müssen schließlich höchsten Ansprüchen genügen, da sie unter anderem in der Medizin Verwendung finden.

Moderne Präzisions- und Linsenfertigung

Vorschleifen 
Die Linsenrohlinge (Rundscheiben oder Presslinge) werden mit Diamant-Kronen-Werkzeugen vorgeschliffen. Jede Seite extra, weil die Krümmungsradien unterschiedlich sind. Ein Aufmaß von 0,1 bis 0,2 mm für jede Flache wird für das Feinschleifen und Polieren beibehalten.

Feinschleifen (Läppen) 
Der Linsenradius wird mit Spezialwerkzeugen, auf denen Pellets aufgeklebt sind, feingeschliffen. In den Pellets sind Diamantkörner mit Größen von 5 μm bis zu 25 μm eingesintert. Für den Prototypbau sind spezielle CNC Maschinen mit bis zu 4 Werkzeugen im Einsatz, die das Vor- und Feinschleifen in einer Aufspannung durchfuhren. Polieren Die Linsenradien werden mit Werkzeugen poliert, die aus Aluminium vorgedreht und mit Polyurethanfolie belegt sind. Die aufgeklebten Folien werden mit Gegenwerkzeugen eingeschliffen, um die geforderte Genauigkeit zu erreichen. Als Poliermittel wird hauptsachlich Ceriumoxyd verwendet. Die Genauigkeit der Linsenflache, welche durch die Einstellung der Maschine und die Abstimmung der Werkzeuge erreicht wird, wird berührungslos mittels eines Interferometers zu 100% kontrolliert.

Zentrieren 
Nachdem beide Radien (Flachen) der Linse poliert sind, wird sie mit einer Zentriermaschine zur optischen Achse ausgerichtet. Dabei wird diese Linse mit einem transmittierenden Laserstrahl auf die genaue optische Achse justiert, mit Spanndornen fixiert und anschließend der Rand mit ein oder zwei Diamant-Schleifscheiben exakt zentrisch geschliffen. Die Facetten werden im gleichen Arbeitsgang anzentriert. 

Neueste Technologien

QED - MRF Technologie 
Als neueste Fertigungsstraße wurde eine Einheit mit Vor-Feinschleifen, Polieren und MRF-Poliertechnologie eingerichtet. Das „Magneto-Rheological-Finishing“-Verfahren ermöglicht eine zonale Korrektur auch feinster Abweichungen vom Nominalradius. Diese Technologie erlaubt es uns, Oberflächen mit kleiner Lambda/10 unter kontrollierten Bedingungen herzustellen.

Vergüten 
Bei unvergüteten Linsen hat man einen Lichtverlust von circa 8%. Daher beschichtet (vergütet) man die Fläche mit einem dünnen Metalloxid. Diese Schichten, die aus 1-5 Lagen (in besonderen Fällen bis zu 50 Lagen) bestehen, verhindern die Lichtverluste am Übergang von Glas zu Luft oder Luft zu Glas. Eine besondere Abstimmung der Schicht zur verwendeten Wellenlänge des Lichtes ist erforderlich, um die Verluste, die durch die Reflexion entstehen, auf bis zu 0,05% zu reduzieren. Es sind Antireflex-Schichten von 193 nm bis 1.900 nm verfügbar.

Auch Handarbeit ist gefragt

Kontrollieren 
Wenn alle Produktionsschritte beendet sind, wird die Linse mit einer Lupe oder einem Mikroskop auf vorhandene Oberflächenfehler untersucht. Um die hohen Anforderungen an die Qualität der Produkte zu gewährleisten, ist Sill Optics nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert und motiviert alle Mitarbeiter zu höchstem Qualitätsbewusstsein.

Manuelle Glasbearbeitung 
Heutzutage übernehmen fast überall Maschinen die Bearbeitung des Glases, weil es in der Serienfertigung schneller geht. Trotzdem legen wir großen Wert darauf, dass unsere Auszubildenden die Bearbeitung des Glases von Hand noch beherrschen. Zum einen verschafft es den Lernenden ein sicheres Gefühl, wie der Werkstoff bearbeitet werden kann, zum anderen ein besseres Verständnis für die jeweiligen Arbeitsschritte. Daher ist die manuelle Glasbearbeitung auch ein wichtiger Bestandteil der Zwischenprüfung.

Montieren 
Optische Systeme (Objektive) bestehen aus mehreren Linsen, welche in die Objektivfassungen montiert werden. Die Linsen werden dabei sehr sauber gereinigt, randlackiert und staubfrei in die Fassungen zentrisch eingebaut. Modulare Systeme gewährleisten eine kostengünstige Montage und effektive Lagerhaltung. Alle Objektive werden im hauseigenen Labor geprüft. Die Abteilung beschäftigt zehn Mitarbeiter. Dabei werden bis zu 20.000 Objektive pro Jahr montiert und geprüft.

Feinkitten 
Feinkitten bedeutet, dass zwei zueinander passende optische Linsen (Plus- und Minuslinse) verbunden werden. Unter ultraviolettem Licht werden die Linsen mit einem speziellen Kleber, dem UV-Kitt, zu einem sogenannten Achromat verbunden. Damit keine Luftblasen entstehen, reibt man die Kittflächen aus. Abschließend werden die beiden Linsen in einer speziellen Apparatur zentrisch zueinander ausgerichtet werden. Mithilfe eines Lasers kann man dabei die Ausrichtung der Linsen messen und so an einem Bildschirm sehen, wann die optischen Achsen zueinander passen.

Welche Voraussetzungen solltest du haben?

Die schulischen Anforderungen liegen für eine Ausbildung zum Feinoptiker vor allem in Mathematik und im naturwissenschaftlichen Bereich. Des weiteren solltest du handwerkliches Geschick haben und Interesse an Technik.
Voraussetzung ist Realschulabschluss oder qualifizierter Hauptschulabschluss mit mindestens Note 2 in Mathematik.

Du solltest Feinoptiker werden, wenn du

  • technisches Verständnis hast
  • Geduld und eine ruhige Hand hast
  • gerne am Computer, aber auch körperlich arbeitest
  • feinhandwerkliches Geschick hast
  • teamfähig bist

Wie läuft meine Ausbildung ab?

Feinoptiker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie. Die duale Ausbildung dauert 3 ½ Jahre.
Du arbeitest täglich 7 Stunden in unserer Optikfertigung.
Dreimal pro Ausbildungsjahr bist du jeweils drei bis vier Wochen in der Berufsschule in Zwiesel (mit kostenloser Wohnheimunterbringung).
Die tarifliche Ausbildungsvergütung liegt bereits im ersten Lehrjahr bei rund 1.000,- € und steigt mit jedem Lehrjahr um etwa 50,- € an. Jeder Auszubildende hat Anspruch auf 30 Tage bezahlten Urlaub. Außerdem zahlen wir zusätzlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Die Abschlussprüfung des Feinoptikers besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 -  praktische Aufgabe mit Fachgespräch (2 – 3 Tage)
  • Teil 2 -  schriftliche Prüfung am Ende des letzten Berufsschulblocks, ca. drei Monate vor Ausbildungsende

Beide Prüfungsteile werden zusammengerechnet (1:1).

Zudem wird im Frühjahr des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung absolviert, deren Ergebnis jedoch lediglich der Ermittlung des Ausbildungsstandes liegt.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Bei überzeugendem Engagement in Betrieb und Schule ist eine Übernahme garantiert.
Für eine mögliche Weiterbildung hast du folgende Optionen: 

  • Industriemeister Optik
  • Techniker Optik
  • Technischer Betriebswirt
  • Studium